Matthias Lindtner

Matthias Lindtner

*1989 in Linz, AT
Als Student sowohl der bildenden Kunst als auch
der Kunst- und Kulturwissenschaften bedient sich
Matthias Lindtner einer reichen Materialpalette.
Er experimentiert mit Beton, Stahl und Stein genauso
wie mit Luft, Strom und Leberkäse. Die Resultate
sind Soundarbeiten, Objekte, Interventionen im öffentlichen
Raum oder auch mal ein Flipperkasten.

BESTOFF18
Saugkel

BestOff 2018

Saugkel

Die Saugkel durchkreuzen in willkürlichen Linien den Ausstellungsraum und verunmöglichen das selbstbestimmte Bewegen und Betrachten der Besucher*innen darin. Sie tasten den Boden ab und reagieren erst, wenn sie an räumliche Grenzen stoßen. Nach einem einfachen Richtungswechsel widmen sie sich wieder ihrer Aufgabe: den Staub vom Boden zu heben. Dabei entfernen sie ihn nicht einfach, sondern bringen ihn auf eine neue Ebene. Die Partikel werden kunstvoll u?ber den Sockel geleitet, wo sie kurz zu schweben scheinen,
bevor sie auf der Trägerfläche landen, auf der sie sich schließlich, wie auf einem Serviertablett vorgeführt, durch die Ausstellung
bewegen. In diesem Moment erfahren sie eine Apotheose, eine Apotheose des Drecks. Matthias Lindtner bedient sich hier des allgemein
gültigen Präsentationsmediums Sockel, der als entscheidendes Element für die Erhöhung zum Kunstobjekt umfunktionalisiert werden
kann. Die mobilen Saugkel heben zudem den vermeintlich sterilen Kunstraum, der als ku?nstlicher Schutzraum für die Kunst dient, selbst aus den Angeln.

“Saugkel” cross the exhibition space in random lines and make impossible self-determined movement and contemplation by the visitors. They scan the floor and, when colliding with spatial boundaries, react by changing direction, only to continue their task: to lift dust from the floor. Instead of just removing it, they bring it to another level. The particles are drawn along the pedestal to the top, where they float artistically before settling onto a surface that acts like a moving serving tray. It is in this moment that they go through an apotheosis
of dirt. For this transformation, Matthias Lindtner uses the generic presentation medium pedestal that can be seen as the key element that elevates an object to a piece of art. Moreover, the mobile “Saugkel” lift the supposedly sterile art space, which serves as an artificial protection zone for art, off its hinges.

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