Rico Hentschel

Rico Hentschel

*1974 in Dresden/DE, lebt und arbeitet in Linz und Kronstorf
seit 2012 Bildende Kunst / Bildhauerei – transmedialer Raum

BESTOFF17
ÜberSetzung / Über die Praxis
2017, Rauminstallation

BESTOFF16
Wo hin durch – ein Blick zurück

Flaneur

BestOff 2017

ÜberSetzung / Über die Praxis

2017, Rauminstallation

In meiner Arbeit interessieren mich besonders räumliche Ausdrucksformen und Prozesse, in denen sich systematisch politische Ordnungen und soziale Werte materialisieren. „Architektur ist die Komposition und Leitfigur der Bewegungen im Raum, welche die Menschen in Bahnen fortträgt“ (vgl. W. Strzemi?ski). Diese Bahnen und Muster erkunde ich im Sinne eines erweiterten Architekturbegriffs und verdichte sie zu einem installativ-szenografischen Raum-Porträt, welches im Spannungsfeld der Abstraktion Grenzsetzungen in Ordnungs- und Wahrnehmungsprinzipien auslotet.

(Rico Hentschel)

ÜberSetzung ist Thema und Titel einer Rauminstallation, die ursprünglich im März 2017 für die Gruppenausstellung Interessante Fummel Kunst der Klasse Bildhauerei – Transmedialer Raum im IFK Wien entstand.

Die Videoarbeit Über die Praxis, eine Kooperation mit IFK_Juniorfellow Sabina Folnovic-Jaitner, führt Derridas Gedanken „As a matter of fact, I don’t believe that anything can ever be untranslatable – or, moreover, translatable“ weiter. Das offene Ergebnis stellt die Frage in den Raum, ob alles übersetzbar oder nicht übersetzbar ist.

(Matthias Tremmel)

Rico Hentschel perceives architecture as an expression of political and societal conditions. He explores the interaction of man/society and architecture and condenses this into installations and scenographic space portraits. His video work on the practice was developed in collaboration with Sabina Folnovic-Jaitner (IFK Junior Fellow), and is based on Derrida’s translation theory.

BestOff 2016

Wo hin durch – ein Blick zurück

Die zweiteilige Arbeit besteht aus einer begehbaren textilen in den Raum hinein modellierten Rauminstallation im Treppenaufgang des Eingangsbereichs mit Ausläufern durch das Treppenauge hindurch in den darüber liegenden Galerieraum und zweitens einem Raummodell incl. fünf abstrakter Raumzeichnungen mit Zeichenkohle (Frottage) auf Karton.

Die begehbare, Raumgrenzen überschreitende und an eine Naturgestalt erinnernde, figurative Installation verwandelt sowohl den Treppenraum als auch den darüber liegenden Galerieraum in einen allegorischen und pluralen Ort der inneren und äußeren Anschauung. In diesem modulierten Betrachtungs- und Erfahrungsraum, wo das kulturelle Erbe und eine fiktive Naturerscheinung zusammen-rutschen, erklingt eine poetische Stimme, die mal leise und mal laut Fragen unserer Wahrnehmungskategorien und ethisch/ soziokulturellen Verantwortung durch und in ein dünnes Gewebe souffliert. Die verrückte Selbstgespräche führende Figur bricht jedoch nur scheinbar durch das Treppenauge hindurch in den Ort hinein, vielmehr fügt sie sich als ein Echo in den Kanon der Raumgestalt und wirft einen Blick und ein Ohr auf sich selbst. Die textile, faltige Struktur reicht und hält ihre Hände offen, um in ihrem Gegenüber Vorstellungen von Nähe und Ferne, von Anfang und Ende und von Innen und Außen in sich überlagernden Kontexten zu berühren. Auf welcher Stufe oder Empore der/ die Betrachter/in wie auch immer steht oder gestanden ist, der Blick zurück verbindet die aus vielen Richtungen und in unterschiedlicher Geschwindigkeit fließenden Fäden zu einer Bühne, auf der jede/r schon lang Autor/in ist. Ob und in welcher Freiheit sich der Bewusstseinsraum weiter formt, kann die Installation nicht sagen!

Flaneur:
Raum, hm, Gestöber aus Kristallen, ein Spektrum, Ups! (Rico Hentschel).
Das Bild der Verdichtung in Form der maximal 17 Silben eines klassischen Haikus an Stelle einer Beschreibung vermittelt die Suche nach Zuspitzung, Präzision, aber auch Transzendenz in Rico Hentschels Arbeiten. Die Vorstellungskraft, aber auch die Fähigkeit viele Bezüge zu einer offenen, feindeutigen „Situation“ und Szenographie zusammenzufügen, sind bestimmende Elemente in seinem skulpturalen, transmedialen Ansatz. „Hm“ – ein Nachdenken über das Wesen des Raums, Möglichkeiten ihn zu modellieren und ästhetisch zu inszenieren, trifft auch die Setzung an der Eingangstreppe. Das Gestöber von Kristallen verweist in der klassischen Form des japanischen Gedichtes auf eine Jahreszeit und Stimmung, schafft aber auch ein poetisches Vorstellungsbild. Kristalle stehen für komplexe Konstruktionen, eine Ordnung, einen innewohnenden Bauplan – eine Architektur. Der Raum ist kein festes Gefüge, sondern entsteht erst im Wandel („Gestöber“). In Hannah Arendts Sinn entwickelt sich Raum zwischen Menschen im Handeln und Sprechen. Ein Spektrum verweist semantisch auf eine Erscheinung, einen Geist – vielleicht eine Analogie zum abgehängten raumgreifenden Gewebe. „Ups“ vermittelt eine überraschende Erkenntnis, eine unmittelbare Erfahrung. In seinen Arbeiten schafft er Situationen, die im Dazwischen, im Wechselspiel zwischen innerem und äußerem Raum und in der Bewegung und Nutzung einen Handlungsraum[1] definieren und so ihre transformatorische Kraft entfalten. (Genoveva Rückert)

BestOff 2016

Flaneur

Raum, hm, Gestöber aus Kristallen, ein Spektrum, Ups! (Rico Hentschel). Das Bild der Verdichtung in Form der maximal 17 Silben eines klassischen Haikus an Stelle einer Beschreibung vermittelt die Suche nach Zuspitzung, Präzision, aber auch Transzendenz in Rico Hentschels Arbeiten. Die Vorstellungskraft, aber auch die Fähigkeit viele Bezüge zu einer offenen, feindeutigen „Situation“ und Szenographie zusammenzufügen, sind bestimmende Elemente in seinem skulpturalen, transmedialen Ansatz.

„Hm“ – ein Nachdenken über das Wesen des Raums, Möglichkeiten ihn zu modellieren und ästhetisch zu inszenieren, trifft auch die Setzung an der Eingangstreppe. Das Gestöber von Kristallen verweist in der klassischen Form des japanischen Gedichtes auf eine Jahreszeit und Stimmung, schafft aber auch ein poetisches Vorstellungsbild. Kristalle stehen für komplexe Konstruktionen, eine Ordnung, einen innewohnenden Bauplan – eine Architektur. Der Raum ist kein festes Gefüge, sondern entsteht erst im Wandel („Gestöber“). In Hannah Arendts Sinn entwickelt sich Raum zwischen Menschen im Handeln und Sprechen. Ein Spektrum verweist semantisch auf eine Erscheinung, einen Geist – vielleicht eine Analogie zum abgehängten raumgreifenden Gewebe. „Ups“ vermittelt eine überraschende Erkenntnis, eine unmittelbare Erfahrung. In seinen Arbeiten schafft er Situationen, die im Dazwischen, im Wechselspiel zwischen innerem und äußerem Raum und in der Bewegung und Nutzung einen Handlungsraum[1] definieren und so ihre transformatorische Kraft entfalten. (Genoveva Rückert)

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