Stefan Brandmayr

Stefan Brandmayr

*1978 in Linz, lebt und arbeitet in Linz
2017 Diplom Bildende Kunst / Bildhauerei – transmedialer Raum

BESTOFF17
Brando
2017, Installation

BESTOFF16
Wild Card (Kombinat Philobat)

BestOff 2017

Brando

2017, Installation

Stefan Brandmayr wählt aus und fügt zusammen, er zerlegt und ordnet, er formt und performt. Seine Herangehensweise ist stets prozessorientiert: Ausgangspunkt seiner Werke ist nicht ein Konzept, vielmehr geht die haptische Arbeit mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung einher. Brandmayr setzt sich mit Vorstellungen von Männlichkeit auseinander und verknüpft dabei die Analyse von Geschlechterrollen mit der Analyse von grundlegenden Parametern gegenwärtiger Kunstproduktion. In der Installation Brando sind Filmsequenzen zu sehen, die das Spannungsverhältnis von bildender und darstellender Kunst ausloten. Nicht nur die Ausschnitte aus Dokus, Fernsehserien und Kinofilmen handeln von Schauspiel und Bildhauerei, sondern das Display selbst thematisiert diese Bereiche. Holz, Stahl, Styrodur sowie Monitore, DVD-Player, Kabel und Kopfhörer verweisen auf die Aufgaben von Kulissen und Requisiten, aber auch auf bildhauerische Fragestellungen rund um Funktion, Präsentationsbedingungen und Wahrnehmung von Skulptur. Selbstreflexiv bezieht sich der Künstler mit ein, wenn er nicht nur seine „passive Filmbiografie“ zu sehen gibt, sondern mit Brando einen Hollywood-Rebellen als Titelgeber und potenzielles Rollenvorbild einbringt.

(Gudrun Ratzinger)

Stefan Brandmayr’s work examines common ideas of manliness, combining and comparing an analysis of gender roles with the conditions of contemporary art production. His installation Brando features film sequences collected from documentaries, TV series and films. These sequences revolve around acting and sculpting. His raw setting questions the function and perception of contemporary sculptures, as well as their mode of presentation.

BestOff 2016

Wild Card (Kombinat Philobat)

Die Arbeiten basieren auf der Auseinandersetzung mit dem Frisiersalon als sozialem Ort und Stätte handwerklicher Arbeit. Ausgehend von einfachen geometrischen Grundformen finden sich in den einzelnen Objekten gleichermaßen Elemente des Ausstellungsortes wie Referenzen zur Kunstgeschichte und Symbolen, Riten und Zeichen von
Geheimgesellschaften.

Gedanken zur Präsentation der Arbeiten bei best off:
Stefan Brandmayr hat einen Hang zu Inszenierungen, die er selber in großen Szenographien im öffentlichen Raum, aber auch zuletzt in aufwendigen und formal sehr präzisen Installationen und Objekten umsetzt.
Manisch arbeitet er sich an einer schrägen Mischung an Assoziationen
und Bezügen aus der Alltagskultur von Lady Gaga, Dienstgraden, Geheimgesellschaften, Extremsportarten, Frisuren, Rauchen, Sonnenbrillen, Pfeile, Wrestling, Raubtiere, Pyramiden bis zu Billy Idol ab. „Medial generierte und populärkulturelle ‚Charaktere‘ faszinieren mich besonders. Dabei ist für mich vor allem (aber nicht nur) die Inszenierung von Männlichkeit interessant (Stichwort Maskerade Männlichkeit).“
Nach einer kulturtheoretischen Beschäftigung werden diese von Brandmayer gemeinsam mit kunsthistorischen Referenzen im Cocktailshaker durcheinander gerüttelt und raus kommen seine Arbeiten: Ein schüchterner Prinz zieht sein Zauberschwert und wird zum stärksten Mann des Universums mit dem Namen He-Man (–> der Er-Mann).

Weit über simple Macho-Gesten hinaus, gehen bei Brandmeyer mediale Bilder und objekthafte Teile narzisstischer Inszenierungen und ihrer Rituale eine Symbiose in Material und Form ein. Kraftvolle konzeptuelle Raumarbeiten und Skulpturen formieren sich wie bei seiner „Wild Card“ für BestOff 2016. In einer Phase der ästhetischen Neuorientierung beschäftigt Brandtmayr sich mit der Inszenierung durch Artefakte des Mutes und Ritualisierung. Er zeigt in seiner Installation ein Full House aus Bekanntem, aus unveröffentlichten Arbeiten früherer Semester, sowie neu Produziertem. (Genoveva Rückert)

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